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Langenselbold, 24. November 2019- Aus der Klosterberghalle ertönen mysteriöse Klänge und vereinzelte – scheinbar wahllos platzierte – musikalische Einwürfe…

 

Aber wahllos platziert sind diese nicht, denn das Sinfonische Blasorchester der Landesmusikjugend Hessen e.V. hat um 16 Uhr am Sonntagnachmittag mit einem der wohl populärsten Werke der sinfonischen Blasmusik seine erste Konzerthälfte begonnen: „Symphonie Nr. 1: Herr der Ringe“ von Johan de Meij, einem niederländischen Dirigenten und Komponisten, ist das großartige Hauptwerk des hochmusikalischen Nachmittags. Das beeindruckende Werk besteht aus fünf Sätzen und stellt in diesen auf verschiedenste Weisen Themen und Personen der weltberühmten Bücher von J. R. R. Tolkien vor. So wird im ersten Satz der Zauberer Gandalf musikalisch präsentiert, darauf folgt eine Beschreibung von Lothlόrien (dem Elbenwald), und im dritten Satz hören wir Gollum, ein kleines katzenartiges Wesen, dessen sonderbarer Charakter sich in der Musik - vertont durch ein Sopransaxophon - wiederspiegelt. Abschließend folgen noch eine Reise zu den Minen von Moria und ein Besuch bei den Hobbits, womit die musikalische Reise mit fröhlicher Tanzmusik beendet wird. Das Publikum ist begeistert; die Musik habe alle mit auf eine kurzweilige Reise genommen und regelrecht „musikgemalte Bilder vor den Augen erweckt“.

Nach diesen gut 45 Minuten, die wie im Flug vergangen sind, brauchen sowohl die 65 Orchestermusiker zwischen 14 - 27 als auch Dirigent Musikdirektor Harald Krebs die wohlverdiente Pause, um sich auf die zweite Konzerthälfte vorzubereiten. Diese beginnt mit „Der letzte Traum der alten Eiche“ von Maxime Aulio fast ebenso spannungsgeladen, wie die vorherige geendet hatte. Weiter geht es danach mit „Elixier“ (Michael Markowski), einem Werk, welches mit neuartigen Klängen an diesem Sonntag seine europäische Erstaufführung hat und voller rhythmischer Tücken steckt, die für das geschulte Ohr des Publikums aber kein Problem darstellen.

Aber auch ein Werk des berühmten Komponisten Thiemo Kraas darf nicht fehlen und so folgt „Arcus – ein Tagtraum“, Mit diesem Werk möchte der Komponist alle verschiedenen Farben des Regenbogens darstellen. Dies wird durch das Orchester im Bedienen aller vorstellbaren Klangfarbenumgesetzt – wie ein richtiger Regenbogen eben! Nach dieser eher entspannenden Reise geht es gegen Ende des Konzerts noch einmal hoch her: mit „Symphonic Dances from Fiddler on the Roof“, einem Arrangement frohlockender und vor allem schneller Tänze aus dem Broadway-Musical „Anatevka“, schließt das SBO der Landesmusikjugend Hessen e.V. sein offizielles Konzertprogramm schwungvoll und lebenslustig ab.

Fast schon erschöpft vom halsbrecherischen Tempo dieser wunderbaren Reise durch die verschiedenen musikalischen Gebiete fordert das Publikum unter Standing Ovations eine Zugabe, welches es mit einem Arrangement des Stücks „Never Enough“ aus dem Film „The Greatest Showman“ auch bekommt. Dieses gefühlvolle Werk, arrangiert durch Lars Schönebeck, welcher selber als Saxophonist des Ensembles das bisherige Konzert auf der Bühne verbracht hat, wird auch durch den Arrangeur selbst dirigiert und sorgt vielleicht für das ein oder andere Tränchen im Publikum.

So endet der Nachmittag beim Jahreskonzert des Sinfonischen Blasorchesters der Landesmusikjugend Hessen e.V. unter Musikdirektor Harald Krebs mit vielen schönen und intensiven Erinnerungen an ein spannendes Konzert – und schon voller Vorfreude auf das nächste Jahr!

Text: Lara Göhlert & Yvonne Müller
Foto: Leander Oswald